Warum dieser Satz in vielen Organisationen so beliebt ist – und was wirklich dahintersteckt
Neues Projekt. Gute Idee. Motivation hoch. Und dann fällt er. Der ultimative Spaßkiller in Wort-Form:
„Geht nicht wegen Datenschutz.“
In diesem Moment wird Datenschutz zur Naturgewalt. Unverrückbar. Alternativlos. Endgegner. In unserem humorvollen Datenschutz-Grundkurs “Mission Datenschutz mit Dude und Cipher” erlaubt sich unsere Agentin Cipher eine zugespitzte Bemerkung:
„Und wenn jemand sagt ‚Geht nicht wegen Datenschutz‘, meint er meistens: ‚Ich hab keine Lust, mich drum zu kümmern.‘“
Das ist humorvoll gemeint. Zugespitzt. Und ja – ein bisschen frech. Wir verstehen das: Im stressigen Arbeitsalltag ist Datenschutz oft das letzte, was man auf der Agenda haben will. Das geht uns manchmal nicht anders. Aber lassen Sie uns das sachlich einordnen
Verbietet Datenschutz wirklich so viel?
Die kurze Antwort: Nein.
Die lange Antwort: Datenschutz verbietet nicht pauschal. Er stellt Anforderungen. Er fragt:
- Gibt es eine Rechtsgrundlage?
- Ist die Datenverarbeitung erforderlich?
- Ist sie verhältnismäßig?
- Sind geeignete technische und organisatorische Maßnahmen vorgesehen?
- Wurden Risiken bewertet?
Datenschutz ist kein Stoppschild. Er ist ein Navigationssystem. Er sagt nicht: „Nein.“ Er fragt: „Wie machen wir es richtig?“
Wann „Geht nicht wegen Datenschutz“ tatsächlich stimmt
Natürlich gibt es Konstellationen, in denen ein Vorhaben so nicht zulässig ist. Beispiele:
- Lückenlose Mitarbeiterüberwachung ohne Rechtsgrundlage
- Datensammlung „auf Vorrat“ ohne klaren Zweck
- Profilbildung ohne Transparenz
- „Wir speichern einfach mal alles, man weiß ja nie.“
In solchen Fällen ist Datenschutz kein Vorwand – sondern Schutzmechanismus. Für die Betroffenen, aber auch für die verantwortliche Stelle, die gerade Rechts-Harakiri begehen möchte. Und das ist auch gut so.
Und wann der Satz eher ein Warnsignal ist
In der Praxis erleben wir jedoch häufig eine andere Situation. „Geht nicht wegen Datenschutz“ bedeutet manchmal in Wahrheit:
- „Wir haben kein sauberes Konzept.“
- „Wir haben die Risiken nicht bewertet.“
- „Die Technik ist noch nicht durchdacht.“
- „Das Projekt wurde ohne Einbindung des Datenschutzbeauftragten geplant.“
- „Wir haben bereits Fakten geschaffen.“
Oder – ganz offen formuliert:
„Ich habe keine Lust, das sauber zu planen.“
Und genau hier entsteht das eigentliche Problem. Nicht der Datenschutz blockiert. Sondern die fehlende Vorbereitung.
Frühzeitige Einbindung des Datenschutzbeauftragten: Der entscheidende Unterschied
Der häufigste Fehler in Projekten ist nicht mangelnde Kreativität oder eine schlechte Geschäftsidee. Es ist der falsche Zeitpunkt der Einbindung.
Wenn der Datenschutzbeauftragte erst informiert wird, nachdem:
- Verträge unterschrieben sind
- Software gekauft wurde
- Prozesse bereits eingeführt wurden
- interne Kommunikation erfolgt ist
… dann wird aus einem lösungsorientierten Dialog schnell eine Schadensbegrenzung.
Wird der DSB dagegen in der Konzeptionsphase eingebunden, passiert etwas anderes:
- Risiken werden früh erkannt
- Alternativen können geprüft werden
- technische Anpassungen sind noch möglich
- Prozesse lassen sich datenschutzkonform gestalten
Und aus „Geht nicht wegen Datenschutz“ wird erstaunlich oft:
„Geht – wegen Datenschutz.“
Datenschutz verhindert keine Projekte. Er macht sie belastbar. Damit das im Alltag klarer wird, haben wir Ciphers „Übersetzungshilfe“ mal in eine Übersicht gepackt:
| Was gesagt wird | Was oft dahintersteckt (laut Cipher) | Die Lösung vom Datenschutz Dude |
|---|---|---|
| „Geht nicht wegen Datenschutz.“ | „Ich habe das Tool schon gekauft, ohne zu fragen.“ | Erst prüfen, dann unterschreiben. |
| „Der DSB blockiert alles.“ | „Ich habe die Risikoanalyse vergessen.“ | Kaffee mit dem DSB trinken und schauen, wie man gemeinsam die Kuh vom Eis bekommt. |
| „Das ist zu kompliziert.“ | „Ich will meine lieb gewonnenen Prozesse nicht ändern.“ | Guter Datenschutz macht Prozesse oft schlanker. |
Warum Humor im Datenschutz erlaubt sein darf
Ja, die Aussage von unserer Agentin Cipher ist (bewusst) überspitzt. Aber genau das ist der didaktische Punkt. Datenschutz ist für viele Mitarbeitende ein abstraktes, komplexes Thema. Humor senkt die Abwehrhaltung. Humor schafft Aufmerksamkeit. Humor erlaubt Überzeichnung – ohne jemanden persönlich anzugreifen. Unser Ziel ist nicht Belehrung. Unser Ziel ist Verständnis. Und manchmal hilft ein augenzwinkernder Satz mehr als zehn Paragrafen.
Datenschutz als Projektpartner – nicht als Projektverhinderer
Vielleicht sollten wir den Satz grundsätzlich anders formulieren. Nicht: „Geht nicht wegen Datenschutz.“ Sondern: „Wie geht es – mit Datenschutz?“ Oder noch klarer: Datenschutz ist kein Projektverhinderer. Er ist Projektabsicherung.
Wer Datenschutz als Vorwand benutzt, schadet am Ende nicht nur dem Projekt – sondern auch der Glaubwürdigkeit des Datenschutzes selbst. Und das wäre wirklich schade.
Fazit: Der Satz ist nicht das Problem – die Haltung dahinter ist es
In den meisten Fällen scheitert ein Vorhaben nicht am Datenschutz. Es scheitert an fehlender Planung, fehlender Abstimmung, fehlender Transparenz oder schlicht am falschen Timing. Wer Datenschutz frühzeitig einbindet, erlebt selten Blockade – sondern meist konstruktive Lösungen.
Und vielleicht hören wir dann irgendwann öfter:
„Geht – wegen Datenschutz.“
Wann haben Sie zuletzt mit Ihrem Datenschutzbeauftragten gesprochen?
Übrigens: Der Datenschutz Dude und seine Kollegin, Agentin Cipher haben das Thema auch mal vertont. Mit Musik geht alles besser 🙂 “Geht nicht wegen Datenschutz”












Hahn IT Services, Schwaig







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